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Thema Coronavirus

Das sichere Bearbeiten von Textilien, der Schutz von Beschäftigten und Kunden sowie die Betriebshygiene sind für gewerbliche Wäschereien in Zeiten der gegenwärtigen COVID-19 Pandemie eine große Herausforderung. Wie diese drei Punkte sichergestellt werden können – darüber informieren wir in unserem aktuellen BÜFA-Newsletter.


Wie können Viren auf Textilien inaktiviert werden?


Aussagen wie „durch die Reinigung von Textilien wird […] der Virus inaktiv“ sind nicht sicher belegt. Was wir daher empfehlen: Desinfizierende Waschverfahren.

Zwar ist es wissenschaftlich anerkannt, dass behüllte Viren – zu denen Coronaviren zählen – verhältnismäßig leicht zu inaktivieren sind. Insbesondere folgende Bedingungen haben einen negativen Einfluss auf die Stabilität behüllter Viren: 

  • Temperaturen > 80 °C; am besten feuchte Wärme (ausgenommen Parvo- und Papovaviren) 
  • extremer pH-Wert (< 2; >13) 
  • ionisierende Strahlung 
  • organische Lösemittel 

Inwieweit der neuartige SARS-CoV-2 unter diesen Voraussetzungen aber tatsächlich inaktiviert werden kann, ist von Expertenseite noch nicht ausreichend belegt worden. Derzeit gibt es auch noch keine Untersuchungen darüber, welche organischen Lösemittel, außer Ethanol, eine sichere Inaktivierung zeigen. 

Daher ist eine sichere Desinfektion so nicht gewährleistet, lediglich wenn sie durch entsprechende Tests nachgewiesen werden konnte. 

Um sichere Aussagen zur Inaktivierung von (behüllten) Viren zu treffen, werden entsprechende Verfahren geprüft und validiert. Zurzeit gibt es keine Informationen zu geprüften und validierten Verfahren zur Inaktivierung von Viren in einem in der Textilreinigung angewandten Lösemittel vor. 

Somit können wir ausschließlich folgende chemo-thermischen Waschverfahren zur sicheren Inaktivierung empfehlen:


Wie können Beschäftigte und Kunden in dieser Situation geschützt werden?


Um die Infektionszahlen einzudämmen zu können und damit die Übertragungswege zu minimieren oder zu unterbrechen ist es im Rahmen der Pandemie unerlässlich, auch die Beschäftigten und die Kunden zu schützen. 

Nach dem bisherigen Stand schätzt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung über andere Wege als der Tröpfchen-Infektion als gering ein. So gibt es „derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben.“ [Info-Papier des BfR] 

Die aus heutiger Sicht größte Gefahr geht zudem nicht vom Textil, sondern vom Menschenkontakt aus. Sowohl durch den Publikumsverkehr als auch den persönlichen Kontakt der Beschäftigten untereinander. 

Folgende Maßnahmen können aus diesem Grund hinsichtlich des allgemeinen Schutzes durchgeführt werden:

  • Bereitstellen von PSA (Einmalhandschuhe) für die Mitarbeiter 
  • Handschuhe regelmäßig wechseln 
  • häufiges und gründliches Waschen (30 sek.) der Hände mit Wasser und Seife 
  • Benutzen einer Händedesinfektion mit nachgewiesener Wirksamkeit und dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), „begrenzt viruzid plus“ oder „viruzid“ 
  • Eintrittsbeschränkung auf wenige Personen in den Ladenbereich 
  • Einführen von Mindestabständen (>1,5 Meter) zu Kunden und zwischen dem Personal 
  • regelmäßiges Desinfizieren der Oberflächen (Theke, Wanne zum Aufnehmen der Schmutzwäsche) 
  • wöchentlicher Wechsel eines Zweischichtbetriebs in Kurzarbeit (zweite Schicht bleibt zuhause) 

Zur Händedesinfektion empfehlen wir Antisept HD.

Zur Flächendesinfektion empfehlen wir Tolo 330.


Was ist bei der Betriebshygiene zu beachten?


Das Risiko einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ist aus heutiger Sicht zwar durch Menschenkontakt am größten. Trotzdem muss diese Wäsche als infektionsverdächtig betrachtet und ebenso bearbeitet werden. 

Dies bedeutet in der Regel, dass der Betriebsablauf zumindest unter dem Gesichtspunkten der DGUV 100-500 und DGUV 203-084 geprüft und organisiert wird, bevor man infektionsverdächtige Wäsche bearbeitet. 

Um allerdings der besonderen Situation in der aktuelle COVID-19 Pandemie gerecht zu werden, sollten die nachfolgend beschriebenen Empfehlungen auch dort umgesetzt werden, wo bisher eine Infektionsprävention nicht vorrangig war. 

Dazu gehören u.a. einige grundlegende Regeln bezüglich der Betriebshygiene, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden: 

  • Verwendung von gewerblichen Maschinen zur Einhaltung wichtiger Prozessparameter 
  • desinfizierende Waschverfahren mit nachgewiesener Wirksamkeit und dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) müssen zum Einsatz kommen 
  • getrenntes Lagern und Bearbeiten der Wäsche 
  • regelmäßiges Desinfizieren der Oberflächen, die in direkten Kontakt mit Wäsche kommen könnten (Theke, Wanne, Regal, Türöffnung der Maschine, etc.) – auch hier gilt: mit nachgewiesener Wirksamkeit und dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) 
  • Unterweisung der Mitarbeiter über die Grundlagen der Hygiene und der ggf. neu eingeführten Betriebsabläufe 

Sollte der Betrieb nicht in der Lage sein, alle Empfehlungen umzusetzen, ist bitte von einer Bearbeitung „nur“ infektionsverdächtiger Wäsche abzuraten. 

Wäsche in gelben Säcken und/oder mit der Kennzeichnung „infektiöses Wäschegut“ darf unter keinen Umständen angenommen werden. 

Bitte weiterhin auf die Einhaltung der Personalhygiene achten: 

  • Niesen und Husten in die Armbeuge 
  • Abstand der Mitarbeiter mind. 1,50 m 
  • häufiges Händewaschen und –desinfizieren

Was unsere Kunden sagen


Bei Wäsche, die in Pflege- und Altenheimen anfällt, kommt es heute mehr denn je darauf an: Sauberkeit und gesicherte Hygiene.


Als zertifizierter Betrieb sind wir darauf spezialisiert eine textilschonende Behandlung unter Einhaltung aller entscheidenden Hygiene-Kriterien zu gewährleisten. 


Dabei unterstützt uns das BÜFA-Team aus Oldenburg mit ihren desinfizierenden Waschverfahren.


Dank dem Ozerna Polar-Verfahren bei 40°C können wir den gesetzlichen Vorgaben Rechnung tragen und gleichzeitig die Bekleidung der Bewohnerinnen und Bewohner mit Sorgfalt und schonend pflegen.


Markus Lerner

Bereichsleitung Produktion und Vertrieb

Stiftung Liebenau