Kundeninformation: Preiserhöhungen bei BÜFA Reinigungssysteme

03.05.2021

Die globalen Rohstoffmärkte befinden sich weiterhin in einer sehr besonderen, dynamischen Phase. Nunmehr seit Mitte Februar erleben wir eine starke Verknappung sämtlicher, für uns wichtiger, chemischer Rohstoffe mit Preissteigerungen in bisher noch nicht dagewesener Höhe.

Getrieben von einer hohen Nachfrage nach Konsumgütern (gerade der private Sektor kann aktuell weniger Dienstleistungen konsumieren), sind viele Rohstoffe schon seit Anfang dieses Jahres einer starken Nachfrage ausgesetzt. Diese hohe Nachfrage traf auf ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, das durch Corona gelähmt, durch extreme Wettereinflüsse getroffen und durch Knappheit von Seecontainern und Force Majeure Meldungen begleitet wurde!

Wegen Störungen in den Lieferketten werden Kontraktmengen nicht mehr zu 100 % erfüllt. Was fehlt, wird auf den Spotmärkten zu hohen Preisen zugekauft.

Die Transportkosten für Seecontainer und somit für viele Rohstoffe sind wegen der gestörten Lieferströme bis auf das 3 bis 4 Fache  explodiert. 

Eine Situation wie diese, hat es in den vergangenen 30 Jahren noch nie gegeben. Sollten Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an. Wir tun unser Möglichstes, die Preise auch in Ihrem Interesse so stabil wie möglich zu halten und eine störungsfreie Versorgung in gewohnter Weise zu ermöglichen. Hierbei helfen uns auch unsere Schwesterfirmen der chemischen Industrie BÜFA Chemikalien und VivoChem, über die wir bestimmte Rohstoffe in größeren Mengen einkaufen und lagern können.

Nachfolgend finden Sie weitere Erklärungen zur Dynamik im Markt:

Peressigsäuren (u. a. Lizerna Sept, Sept PES Konz.):

Nachdem sich die Preise für Essigsäure nahezu verdreifacht haben, müssen wir einen deutlichen Preisaufschlag erheben, da Essigsäure als Vorprodukt zur Peressigsäureproduktion die Peressigsäure drastisch verteuert.

Wie kam es zu dieser Situation im Markt? Einer der weltweit größten Produzenten, die Celanese, musste seine Anlage in Houston mit einer Kapazität von 1,4 Mio t/a Ende Februar durch Frost bedingt abschalten. Frost in dieser Region ist ein äußerst seltenes Phänomen. Die Anlage ist auch für den Export bestimmt. Der Weltmarkt wird auf 9 Mio. t/a (2020) geschätzt bei kontinuierlich steigender Nachfrage von rund 4% vorwiegend aus den wachsenden asiatischen Märkten. Die Anlage soll nun wieder seit Kurzem produzieren, allerdings ist unklar mit welcher Produktionsleistung. Celanese hatte alle Lieferungen weitgehend storniert.

2026 wird der Weltmarkt für Essigsäure bei fast 12 Mio. t/a liegen. Celanese erweitert in 2023 ihre Produktion um weitere 2 Mio. t/a. Ob wir in dem Markt überhaupt eine Erleichterung sehen werden, hängt von der leider immer noch steigenden Entwicklung der Nachfrage im Verhältnis zu den Produktionskapazitäten ab. Daher leider auch die Warnung, dass weitere Preissteigerungen nicht ausgeschlossen sind. Wir hoffen natürlich gemeinsam mit Ihnen, dass sich der Markt im 3. Quartal entspannt.

Auch wenn die Preissteigerungen massiv sind, so trifft es alle Marktteilnehmer weltweit, weshalb nicht mit Wettbewerbsnachteilen zu rechnen ist. Der Leid tragende ist in diesem Fall der Endkunde.

Produkte, die Lösemittel und/oder Tenside enthalten:

Die weltweite Produktion von petrochemischen Derivaten wurde in den letzten Wochen auf verschiedene Weise gestört. Einige Probleme haben direkt mit den Rohstoffen Ethylen/Propylen zu tun, andere waren technisch bedingt und führten zu Ausfällen oder Reduzierungen der Produktionsmengen. Gleichzeitig sind auf Seiten der Produzenten geplante Wartungsarbeiten im Gange und zusätzlich kam es zu witterungsbedingten Störungen der petrochemischen Anlagen in den USA mit negativen Auswirkungen auf die Lieferketten verschiedener Rohstoffe und Zwischenprodukte. Im Speziellen sind die Rohstoffgruppen der Tenside von diesem Engpass betroffen, da die größte Anzahl an Tensiden eine ethoxylierte und/oder propoxylierte funktionelle Gruppe beinhaltet.

Das Marktangebot wird weiterhin stark eingeschränkt bleiben, da die von den Produzenten geplanten Wartungsarbeiten noch bis in den Juni-Juli hinein hinziehen werden. Der aktuelle Engpass wird nach Meinung aller Experten noch mindestens 6 Monate andauern. Dagegen steht eine weltweit steigende Nachfrage. Aktuell werden wir mit teilweise dramatischen Preissteigerungen sowie extrem langen Lieferzeiten konfrontiert.

Allg. Kostenerhöhung von Verpackungen, Holzpaletten, Frachten:

  • Explosion der Frachtraten aus dem asiatischen Raum mit Kostensteigerungen um den Faktor 5 bis 10 (~ US$ 1.000 pro 20‘ Container auf bis zu US$ 10.000) damit einhergehend gestörte Warenströme.
  • 34 Force Majeure Meldungen von großen Produzenten seit Beginn des Jahres allein in Europa. Folgen sind Verknappungen mit einher gehenden Preissteigerungen.
  • Kunststoffverpackungen: explosiver Anstieg der Granulat Preise bei gleichzeitiger Verknappung und damit einhergehenden Versorgungsengpässen.
  • Verknappung der Frachträume allgemein.